Spanische Baukonzerne unterzeichnen globale Rahmenvereinbarungen In den Jahren 2015 und 2016 haben sich Gewerkschaften aus Spanien, Irland und Bulgarien an dem I.T.E.M.-Projekt beteiligt, das von der italienischen Gewerkschaft CGIL mit finanzieller Unterstützung der EU organisiert wurde. Es umfasste drei Seminare in jedem der vier beteiligten Länder und einen transnationalen Workshop für EBR-Mitglieder. Den Abschluss bildete eine europäische Konferenz, auf der ein Trainerhandbuch in den Sprachen der vier beteiligten Länder vorgestellt wurde. Das Projekt entwickelte eine eigene Website. Wie oben dargelegt, bieten sektorale Arbeitgeberorganisationen ihren Mitgliedern in der Regel eine Vielzahl von Dienstleistungen an. Neben ihrer Beteiligung an Tarifverhandlungen bieten sie Rechtsberatung und Informationsdienste an. Darüber hinaus vertreten sektorale Arbeitgeberorganisationen in der Regel die gemeinsamen Interessen und gemeinsamen Standpunkte ihres Sektors im Umgang mit anderen Institutionen wie Regierungsstellen, Gewerkschaften und Medien. Arbeitgeberorganisationen spielen in einer Vielzahl von Bereichen eine entscheidende Rolle, wie Tarifverhandlungen, Gesetzesentwicklungen und die Gestaltung der Wirtschafts- und Sozialpolitik. Insbesondere die nationalen Spitzenarbeitgeberorganisationen gestalten ein breites Spektrum von Themen durch ihren direkten und indirekten Einfluss auf Beratungsprozesse auf nationaler und internationaler Ebene.

Während sich die Rolle der Spitzenorganisationen in den letzten Jahren nicht wesentlich verändert hat, sind auf sektoraler Ebene neue Entwicklungen zu beobachten. Arbeitgeberorganisationen in bestimmten Sektoren haben sich bemüht, ihren Einfluss durch eine Neuordnung ihrer Strukturen zu verstärken. Vom 28. bis 30. Oktober 2015 findet in Hamburg ein Seminar über die neuen EU-Rechtsvorschriften als Grundlage für die Neuverhandlung von EBR-Abkommen statt. Die gesetzlich festgelegten Verfahren für Fusionen, Ausgliederungen oder die Verlagerung von Unternehmenszentralen („strukturelle Veränderungen“) werden ebenfalls behandelt. Der deutsche Finanzdienstleister MLP mit Sitz in Wiesloch (bei Heidelberg) ist seit dem 22. September 2017 als SE tätig.

Die Finanzvertriebsgesellschaft mit Banklizenz beschäftigt 1.941 Mitarbeiter in Deutschland und sechs in Luxemburg. Durch die Umwandlung in eine SE nutzte die Geschäftsführung die Möglichkeit, die in Deutschland gesetzlich vorgeschriebene Vollparitätsmitbestimmung ab 2.000 Beschäftigten dauerhaft zu vermeiden. Der am 19. Juli 2017 geschlossene SE-Beteiligungsvertrag friert die Beteiligung von einem Drittel ein: Wie bisher wird eine allgemeine Wahl aller Mitarbeiter stattfinden, um zwei der sechs Mitglieder des Aufsichtsrats zu wählen. Künftig werden auch die Arbeitnehmer in Luxemburg stimmberechtigt sein. In diesem Zusammenhang muss die Einführung des Mitgliedschaftsstatus ohne verbindliche Verpflichtung zu Tarifverträgen (der sogenannte OhneTarifstatus, OT-Status) als wichtige Entwicklung betrachtet werden. So hat Gesamtmetall am 31. Januar 2005 den OT-Status eingeführt und bietet damit nun zwei verschiedene Arten von Mitgliedschaften an: mit und ohne verbindliche Verpflichtung zu Tarifverträgen. Die beiden Plenarsitzungen gehören zu den positiven Aspekten des neuen EBR-Abkommens. Darüber hinaus tritt der siebenköpfige Auswahlausschuss mindestens noch dreimal im Jahr mit der Geschäftsführung zusammen.

Jedes Jahr gibt es ein tägiges Training für den gesamten EBR und eine zusätzliche Ausbildung ist möglich. Die transnationale Zuständigkeit des EBR geht über die Spezifikationen der EU-Richtlinie hinaus. Zwischen dem EBR und der zentralen Verwaltung wird ein fester EBR-Haushalt ausgehandelt. Auf der entscheidenden Seite steht jedoch die festgelegte Dauer des Konsultationsverfahrens: Es sollte nicht länger als fünf Wochen dauern.